Warum wir das Julfest feiern

Ein Baum kann ohne Wurzeln nicht stehen- dasselbe gilt für den Menschen!

Ob Jesus nun wirklich in der Nacht vom 24. auf den 25.Dezember geboren wurde, lässt sich nach über 2000 Jahren nicht mehr wirklich belegen. Sicher ist nur, dass Weihnachten seit dem vierten Jahrhundert gefeiert wird, damals wurde das Christentum nach und nach zur Staatsreligion. Jedoch verlief die Christianisierung der vielen Heiden oft nur oberflächlich, denn die Menschen hielten sich noch stark an ihre alten Bräuche und Riten. So wurden einige christliche Feiertage denen der Heiden angeglichen, um ihnen eine Verbindung zu ihrem alten Glauben zu geben. Weihnachten geht dem zu Folge auf dass heidnische Sonnwend zurück. An diesem Tag wird die Winter Tag- und Nachtgleiche gefeiert, also der Beginn des neuen Sonnenjahres.

Die Sonne hat am Julmond um den 21./22. Dezember den tiefsten Stand, was bedeutet, das diese Nacht die längste des Jahres ist. Ab nun werde die Tage wieder länger und die Sonne gewinnt wieder an Kraft und wird bald das Leben, das starr ihm Boden  ruht, zu neuem Leben erwecken.

Die Menschen von damals lebten sehr im Einklang mit der Natur und dem Verlauf der Jahreszeiten. So war die Wintersonnwend und die darauf folgenden 12 Rauhnächte besonders bedeutsam für sie, denn sie bedeuteten das Ende der kalten und kurzen Tage.  Besonders die Winter waren damals noch sehr viel härter als heute, vor allem wenn man hauptsächlich von Ackerbau und Viehhaltung lebt. Im Winter lebten sie von den Vorräten, die sie im Sommer angelegt hatten, wenn diese nicht ausreichten, wurde es lebensbedrohlich für sie. So kann man sicher nachvollziehen, dass es ein Grund  zu feiern war, dass nun die Kraft der Sonne Tag für Tag wieder zunehmen wird.

Die 12 Rauhnächte:

Der Wintersonnwend folgen die 12 Rauhnächte, in denen Wotan mit seinem Totenheer umherzieht und Menschen und Tiere erschreckt aber auch den Saaten ihre Fruchtbarkeit bringt. Wotan oder auch Odin ist der Göttervater, Totengott Kriegsgott und auch Gott der Dichtung, der Runen, der Magie und der Extase.

Warum es genau 12 Nächte sind, hat damit zu tun, dass das Mondjahr um genau 12 Tage kürzer ist als das Sonnenjahr. Man hat zum Ausgleich diese Tage dazwischen geschaltet, deswegen sprechen wir auch heute noch von “der Zeit zwischen den Jahren”. Mit dieser Zeit wird allerlei magisches verbunden.

Unsere Julrituale:

Zum Julfest gibt es viele verschiedene Rituale, wie genau man es feiert kann natürlich auch variieren. Weihnachten feiert ja auch nicht jeder gleich.

Wir persönlich haben unsere Art, diesen Tag zu begehen gefunden. So beginne ich den Tag damit die Wohnung und auch unser Gartengrundstück, wo wir immer feiern erst mal mit einer Mischung aus Wacholder, Mariengras und Beifuß zu räuchern. Dies soll Schlechtes vertreiben und unsere Ahnen einladen, mit uns zu feiern. Da das Julfest auch ein Fest der Besinnung ist, besteht ein großer Teil daraus, den verstorbenen Familienmitgliedern und Freunden zu gedenken. So wird auch beim Essen symbolisch immer für einen mehr gedeckt und ausgeschöpft. Später wird der Garten mit Tannenzweigen, selbstgemachten Tonschmuck und Misteln geschmückt. Außerdem stellen wir Windlichter auf, die mit Runen bemalt sind auf.

Dass Feuer hat am Julfest eine besondere Bedeutung, denn es wirkt reinigend und symbolisiert die wiederkehrende Kraft der Sonne. So ist ein ganz zentraler Punkt an diesem Tag, die Entzündung des Julfeuers. Wir machen hierfür immer ein großes Lagerfeuer um dass sich alle versammeln und wärmen können. Dabei halten wir auch immer kurz inne und lassen das vergangene Jahr revue passieren, und freuen uns auf das nächste.  So kann jeder, der möchte Dinge, die er loslassen will und auch Wünsche für das nächste Jahr auf einen Zettel schreiben und dem Feuer übergeben. Jemand aus der Gruppe leitet dann eine kleine Zeremonie und spricht ein paar Worte über Jul, Dinge, die damit zu tun haben und was in diesem Moment sonst noch wichtig erscheint. Danach wird gemeinsam gegessen und getrunken, denn auch dass spielt eine wichtige Rolle am Julfest. Jeder trägt einen Teil dazu bei, und bringt etwas mit, was auch das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Gerne singen wir dann auch zusammen noch ein paar Lieder.

 

 

 

Normalerweise haben wir immer einige Freunde mit dabei, dieses Jahr werden wir aber nur im kleinen Kreis der Familie feiern, da uns ein großes Fest mit unserem 3 Monate alten Sohn zu viel Aufwand ist. Aber ich bin überzeugt davon, dass es dieses Jahr so sein soll und genau so für uns bestimmt ist.

 

 

 

Weihnachten

Trotzdem feiern wir auch Weihnachten, denn auch dies gehört zu unserer Kultur und für die Kinder ist es ein fester Bestandteil ihm Jahr. Jedoch geht es uns hier hauptsächlich wieder darum, eine schöne Zeit mit unseren Familien zu genießen und nicht um die Geburt Jesu zu feiern oder ihn Konsumwahnsinn zu verfallen.Es geht uns nicht um Geschenke, denn den Konsumzwang hierbei lehnen wir ab. Wir kommen als Familie zusammen und haben einfach eine schöne Zeit mit gutem Essen, tollen Gesprächen und viel Spaß.

Ein Wort zum Schluss:

Für mich ist es einfach immer wichtig auch mal genauer zu schauen, zu hinterfragen und nicht alles hinzunehmen, wie es ist. Wenn man hinter die Dinge schaut, entdeckt man oft wunderbare Dinge. Ich finde das Julfest und den ganzen Jahreskreis, den schon unsere heidnischen Vorfahren feierten etwas ganz Wertvolles, denn die Verbundenheit zur Natur ist etwas, das auch stark in mir verankert ist. Mit diesen Festen lässt sich das ganz fantastisch vollziehen.

Das Allerwichtigste  jedoch ist, dass jeder die Feste so feiert, wie es sich gut für ihn anfühlt und nicht, weil man sich an gesellschaftliche Konventionen verpflichtet zu sein scheint. Denn Feste sind schließlich zum Feiern da!!!

In diesem Sinne wünschen wir dir eine wunderschönes Julfest und besinnliche Weihnachten!

Mögen die Götter immer ein schützendes Auge auf Dich haben!

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