Urlaubszeit mit Familie- die schönste Zeit im Jahr?

Die Urlaubszeit ist für viele Familien die schönste Zeit im Jahr. Scheinbar alle anderen freuen sich darauf, nur Du bekommst jetzt schon Panik, weil Urlaub mit hochsensiblen Kind nur Stress bedeutet. Wir reisen viel und gerne, trotz drei hochsensibler Kinder. Ich verrate Dir hier meine Tipps, wie das Ganze auch mit Hochsensibilität entspannt klappt.

Die Erwartungen: 

Wo viele Erwartungen sind, können auch viele Enttäuschungen sein. 

Eins ist ganz klar, reisen mit hochsensiblen Kindern ist schon ein wenig anders, aber das bedeutet nicht, dass es schlechter ist. Denn oft sind es die kleinen Dinge, die es ausmachen. Und die kann man meistens erst wahrnehmen, wenn man langsam macht und achtsam ist. Und genau das ist es, was hochsensible Kinder auch im Urlaub brauchen. 

Deswegen sind ruhigere Orte von Vorteil und ein langsames Tempo beim Reisen. Es müssen nicht immer die Sehenswürdigkeiten mit vielen Menschen sein. Ein Tag am Strand, an dem Ihr einfach den Wellen zuschaut und Muscheln sucht, kann viel viel schöner sein. Lasse Dich darauf ein! 

Mache Dir auch bewusst, dass es für Dein Kind viel Stress bedeutet, mit den ganzen neuen Reizen klarzukommen. Hochsensible Kinder brauchen dafür einfach mehr Zeit. Zum Ankommen, zum Verarbeiten und Runterfahren. Also macht langsam und plant nicht zu viel ein. 

Die Vorbereitungen: 

Schon die Vorbereitungen können zum Drahtseilakt werden. Die Reise muss gebucht und die Route geplant werden. Es gibt noch so viele Termine zu erledigen und irgendjemand muss noch packen. 

Das bedeutet meist schon im Vorfeld Stress. 

Meine Tipps hierfür: 

  • Plant gemeinsam: Schaut, wer welche Bedürfnisse hat und wie bzw. wo diese alle Raum finden. So könnt ihr Euch für ein gemeinsames Ziel entscheiden. Evtl. kannst Du die Buchung auch abgeben. Vielleicht ist Dein Partner besser darin, ansonsten nimmst Du Dir dafür am besten exklusive Zeit. D.h. gib die Kinder Deinem Partner, der Oma oder Freunden, damit Du ungestört buchen/ Route planen kannst. 
  • Welche Termine sind wirklich notwendig? Schau mal genau, was wirklich noch erledigt werden muss oder was auch noch Zeit für nach dem Urlaub hat. Müssen wirklich alle Omas, Verwandte etc. besucht werden oder geht das auch danach? Prioritäten setzen ist der Schlüssel. 
  • Wer packt? Wer kann am besten packen bei Euch? Können die Kinder das evtl. auch schon allein übernehmen? Wenn Du packst, nimm Dir freie Zeit dafür. Schau, dass Du ungestört bist, und die volle Aufmerksamkeit für diese Aufgabe hast, damit Du Dich richtig konzentrieren kannst. Mir helfen auch Packlisten, die ich abarbeiten kann. Bevor ich alles in den Koffer/ Rucksack packe, lege ich erstmal alles auf den Boden oder das Bett und schaue, ob alles da ist oder ich vielleicht auch zu viel dabei habe. 

Wie geht es weiter? 

Wenn Du die Vorbereitungen gut geschafft hast, geht es nun darum, Deinen Kindern den Übergang zu erleichtern. 

Hochsensible Kinder machen sich im Vorfeld oft schon viele Gedanken, wie eine neue Situation wohl sein könnte. D.h. sie brauchen Sicherheit und Struktur, damit sie sich gelassener darauf einlassen können. 

Das hilft dabei: 

  • Gib Deinem Kind Sicherheit: bleibe selbst entspannt und gelassen. Das überträgt sich auf Dein Kind.
  • Sprecht darüber, was passiert: So bekommt Dein Kind klare Vorstellungen, wie alles ablaufen wird. 
  • Einen Plan machen: Kinder, die im Alltag viel Struktur brauchen, sollen das auch im Urlaub haben. Macht Euch vielleicht schon mal einen Plan, was alles passieren wird. Macht Euch einen Wochenplan für die Urlaubszeit, damit die Kinder sich darauf einstellen können und vielleicht auch nochmal eigene Wünsche in den Ablauf einbringen können. 
  • Packe mit Deinem Kind die Dinge ein, die es für seine Struktur braucht. Ein bestimmtes Kuscheltier, eine Kuscheldecke, die nach Zuhause riecht, ein ätherisches Öl, das es gut kennt (wir verwenden DoTerra) etc.

Jetzt geht´s los

Endlich geht es los und Ihr seid nun hoffentlich voller Vorfreude. Aber Du hast auch noch Angst, wie alles vor Ort laufen wird. 

Im Urlaub ist alles anders, die Umgebung, der Tagesablauf, die ganzen neuen Eindrücke, allerdings haben wir auch die Möglichkeit, intensiv auf die Kinder einzugehen, sie wahrzunehmen und den Tagesablauf dementsprechend zu planen. Denn eigentlich haben wir ja keinen Zeitdruck oder Termine. 

Wir selbst reisen sehr viel und wir haben festgestellt, dass wir vor allem im Urlaub sehr flexibel handeln können, was wiederum für unsere Kinder wichtig ist und Sicherheit gibt. Es entstehen so viel weniger Überforderungssituationen, denn wir haben immer die Möglichkeit unseren Kindern, und auch uns, die nötigen Ruhephasen einzuräumen, Erlebtes zu verarbeiten und Bedürfnissen Raum zu geben. Erleben wir an einem Tag sehr viel und hat das Kind viele Reize zu verarbeiten, können wir den nächsten Tag ruhiger gestalten. 

Und ja, natürlich sind gewisse Rituale dabei trotzdem wichtig. Und die meisten davon sind auch sehr einfach auf Reisen umzusetzen. So gehört die allabendliche Kuschel- und Vorlesestunde unbedingt für uns alle zum Tagesausklang dazu, auch ein gemeinsames Frühstück und die gemeinsame Tagesplanung sind fester Bestandteil unseres Tages. Dies kann man wahrlich überall sehr einfach umsetzen.

Damit auch die Urlaubszeit stressfrei laufen kann, gebe ich Dir hier noch einige wertvolle Tipps mit. 

Unsere praktischen Tipps für einen entspannten Urlaub:

  • Macht langsam: um Erlebtes verarbeiten zu können und sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Packt die Tage nicht zu voll und bevorzugt ruhige Aktivitäten. Plane auch immer genug Ruhepausen ein. 
  • Flexibel planen: um auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen. Gemeinsam gestaltete Tages- und Wochenpläne können dabei sehr hilfreich sein.
  •  Genau auf die Zeichen Deines Kindes achten: wenn Kinder sich nicht verbal ausdrücken, zeigen sie uns ihre Bedürfnisse über ihr Verhalten. Wenn sich Dein Kind “auffällig” verhält, will es Dir damit etwas sagen. Gehe mit Deinem Kind in Kontakt, schaue, welche Bedürfnisse gerade nicht erfüllt sind und wie ihr das ändern könnt. 
  • Hab die Bedürfnisse aller im Blick: denn jeder noch so gut gemeinte Plan kann ins genaue Gegenteil umschlagen, wenn das Kind sich nicht bereit dazu fühlt.
  • Mach auch mal etwas allein: wenn Du selbst aber gerne mal mehr erleben würdest, schaue, dass Du auch allein einen Ausflug machen kannst. Sprich das mit Deinem Partner ab oder schaue, dass Dein Kind betreut werden kann. Denn auch Deine Bedürfnisse sind wichtig. 
  • In Überforderungssituationen schnelle Hilfe anbieten: z.B. einen ruhigen Platz aufsuchen, Unternehmung abbrechen und zurück ins Hotel etc.
  • Große Menschenansammlungen und laute Orte meiden: wie z.B. Großstädte, Touristenattraktionen mit viel Betrieb. Sucht Euch lieber ruhige Orte und entspannte Aktivitäten. 
  • Ruhetag nach Actiontag: Sicherlich wollen alle auch was erleben und auch das kann durchaus machbar sein. Damit aber alle Eindrücke und Reize verarbeitet werden können, sollte nach Action auch wieder Ruhe eingeplant werden. 
  • Selbst ruhig bleiben: Hochsensible Kinder spüren unsere Stimmungen und Emotionen besonders stark und diese übertragen sich dann allzu leicht auf unsere Kinder.
  • Immer etwas zum Essen und zum Trinken dabei haben: Hochsensible Menschen reagieren oft sehr heftig auf Hunger und Durst. Und wenn man unterwegs ist, kommt es manchmal vor, dass nicht direkt etwas gekauft werden kann. Dann lohnt es sich, kleine Snacks und Getränke dabei zu haben. 
  • Auch für sich selbst sorgen: entspannte Eltern können besser auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen.
  • Ruhige Orte bevorzugen. Evtl. immer wieder an die gleichen Orte reisen, die das Kind schon kennt oder auch mit dem Wohnmobil verreisen. Da haben die Kinder ihre gewohnte Umgebung immer dabei. 
  • Rituale beibehalten: Wen ihr Rituale in Eurem Alltag habt, solltet ihr diese auch im Urlaub weiterführen. Schaut mal genau, was davon auch im Urlaub machbar ist. 
  • Auf genug Schlaf achten: Im Urlaub geht man abends schon auch gerne mal länger weg. Prüft für euch, was wirklich guttut. Wenn ihr abends mal länger unterwegs seid, sollte am nächsten Tag vielleicht etwas mehr Zeit für eine Mittagsruhe eingeplant werden. 
  • Gute Strategien parat haben: Ich empfehle immer, sich einen Werkzeugkoffer mit Übungen, praktischen Methoden und kreativen Ideen zuzulegen, die man anwenden kann, wenn Überreizung droht bzw. andere herausfordernde Situationen auftreten. Im Urlaub ist das dann besonders wichtig. In meinem Übungsbuch für Kinder findest Du viele praktische Tipps dazu. -klicke hier-

 

Vertrauen in uns selbst:

Urlaub und Reisen mit hochsensiblen Kindern ist anders, aber bestimmt nicht schlechter und auf alle Fälle super wertvoll. Denn die Erlebnisse, die wir als Familie beim Reisen sammeln können, sind wirklich unbezahlbar und machen uns und unsere Kinder stark und selbstbewusst.

Austausch und Informationen hierzu und zu vielen weiteren Themen rund um hochsensible Familien findest Du in meiner neuen Facebook-Gruppe: Hochsensibel und löwenstark .

Erzähl mir gerne in den Kommentaren, wie ihr das mit dem Urlaub bzw. dem Reisen als Familie macht. 

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