Die 6 größten Probleme in der Schule und was deinem Kind dabei hilft

Warum fällt es meinem hochsensiblen Kind so schwer in der Schule?

Das Leben mit einem hochsensiblen Kind kann unheimlich schön und bereichernd sein, auch recht problemlos, denn man hat sich in der Familie vielleicht schon auf die besonderen Bedürfnisse eingestellt und einen Rahmen geschaffen, in dem sich das Kind wohl und sicher fühlt. Schwierigkeiten treten oft erst dann auf, wenn das Kind aus dem geschützten Rahmen der Familie heraus in den Kindergarten oder später in die Schule kommt.

Oft haben es hochsensible Kinder schon im Kindergarten schwer und manche Eltern entscheiden sich dann, ihre Kinder lieber zu Hause zu betreuen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. So können hier nicht selten einige Schwierigkeiten vermieden werden.

Da in Deutschland aber Schulpflicht besteht, kommt hier kein Kind drum herum und muss sich den Herausforderungen dort stellen und somit beginnt dann oft eine schwierige Zeit für Kind und Eltern. Das deutsche Schulsystem ist nicht darauf ausgelegt, mit Individualität oder Andersartigkeiten umzugehen und a die Bedürfnisse hochsensibler Kinder in einigen Bereichen von der “Norm” abweichen, ist es für diese schwer, hier mit zu halten und mit ihrem ganzen Potential gesehen zu werden. Auch sind die Lehrer oft überfordert und haben keine Zeit auf jedes Kind so einzugehen, wie es eigentlich sein müsste. Vor allem kennen sich die wenigste mit Hochsensibilität aus, wissen meistens sogar nicht einmal, was das ist.

Im Schulalltag muss sich also jedes Kind dem System anpassen und dem vorgegeben Tempo folgen, tut es das nicht wird es oft zum Problemkind erklärt und fällt durchs Raster. Dabei sind hochsensible Kinder sogar oft hochintelligent, allerdings ist ihre Art zu denken und sich mit verschiedenen Dingen auseinander zu setzen etwas anders und kommt bei unserem strikten Lehrplan oft gar nicht ans Licht. Noch dazu sind die Umstände in der Schule für hochsensible Kinder oft nur schwer zu ertragen oder gar kontraproduktiv. So kann schon die Lautstärke in den Klassenzimmern die Konzentration massiv stören.

Es gibt in der Schule einige Dinge, die es hochsensiblen Kindern nicht leicht macht, ihr volles Potential zu entfalten, dabei könnte man einiges schon mit relativ kleinem Aufwand ändern und würde es den Kindern so wesentlich leichter machen.

die 6 häufigsten Probleme, und was Du tun kannst:

Mein Kind kann sich nicht richtig konzentrieren und ist ständig abgelenkt

ein Problem, das viele hochsensible Kinder haben ist die ständige Ablenkbarkeit bzw. das Abschweifen vom eigentlichen Thema. Es scheint so, als ob das Kind nie wirklich mit den Gedanken bei der Sache ist, was durchaus mehrere Ursachen haben kann. Es kann wirklich sein, dass das Kind abgelenkt ist und es nicht mehr bei der Sache ist. z.B. weil es etwas Interessantes vor dem Fenster sieht, Gespräche oder Stimmungen von Mitschülern mitbekommt, oder es noch über ein Erlebnis von der Pause nachdenken muss.

Hier können schon kleine Dinge helfen. Wichtig wäre dabei aber, mit dem Kind genau zu kommunizieren, was es nun wirklich ablenkt und was evtl helfen könnte. Sind es die Mitschüler oder die Lautstärke im Raum, könnte man evtl. über Gehörschutz nachdenken. Solche Maßnahmen gibt es bereits schon in einigen Schulen selbst für nicht hochsensible Kinder. Du solltest auf jeden Fall mal mit dem Lehrer sprechen, ob dies eine mögliche Option wäre.

Auch wäre zu überlegen, ob man nicht die Sitzordnung ändern könnte, so dass das Kind nicht mit dem Blick zum Fenster sitzt und auch keine störenden Mitschüler direkt neben sich hat. Oft ist ein Platz direkt in der Nähe des Lehrers vorteilhaft. Dies sollte ausprobiert und bei Bedarf noch mal geändert werden, bis ein passender Platz gefunden wird.

Allerdings sollte man aber auch genau hinschauen. Oft sieht es nur so aus, als ob die Kinder ihn Gedanken woanders wären, dabei denken sie nur ganz intensiv über das behandelte Thema nach und bekommt in Wahrheit alles mit.

Du siehst, es ist hier sehr wichtig, dass Du mit deinem Kind sprichst und ganz genau schaust, was denn wirklich dass Problem ist, um auch die passende Lösung zu finden.

 

Lehrer nehmen mein Kind nicht wahr/ können nicht mit ihm umgehen

 

Wie schon erwähnt, ist es auch für Lehrer nicht einfach unter den Bedingungen an heutigen Schulen auf jedes Kind individuell und feinfühlig einzugehen. Die introvertierten unter den hochsensiblen Kindern werden oft kaum wahrgenommen oder gelten als Träumer. Die extrovertierten hingegen fallen oft durch lauteres Verhalten auf oder gelten als Störer. Beide bräuchten seitens des Lehrers Verständnis, Unterstützung und Hilfestellungen. Nun ist es aber leider so, dass dieses Thema auch bei Lehrern noch recht unbekannt ist. Einige Lehrer machen sich zwar Gedanken und stellen Überlegungen an, was mit dem Kind los sein könnte nur kommt es häufig durch die Unwissenheit zu falschen Schlussfolgerungen. So wird den hochsensiblen Kindern oft eine Störung wie ADHS, ADS, Autismus o. ä. unterstellt, wodurch für die Kinder dann nicht selten ein langer Leidensweg bei Ärzten und Psychologen beginnt. Zugegeben, einige dieser Störungen haben auch gewisse Ähnlichkeiten und können bei oberflächlicher Betrachtung schon mal verwechselt werden, allerdings ist es für das Kind von enormer Wichtigkeit, richtig gesehen zu werden, denn die Herangehensweisen sind komplett unterschiedlich. Les hierzu auch gerne meinen Artikel über ADHS und Hochsensibilität.

Da Hochsensibilität keine Krankheit ist, muss diese auch nicht wegtherapiert oder behandelt werden. Wenn hier therapeutisch unterstützt wird, dann nur um das Selbstbewusstsein zu stärken, um dann besser mit seinem Wesen umgehen zu können. Bei wirklichen Störungen jedoch ist eine therapeutische Unterstützung meistens sogar notwendig. Hochsensiblen Kindern helfen oft schon kleine Veränderungen im Schulalltag um mit den Gegebenheiten dort besser klar zu kommen und somit ihr volles Potential auch in der Schule zeigen zu können.

Somit ist es also von größter Bedeutung, dass die Lehrer über dieses Thema bescheid wissen und das geht nur, wenn Du mit ihnen in Kontakt gehst. Das setzt natürlich voraus, dass Du dich mit dem Thema Hochsensibilität gut auskennst und dem Lehrer somit ein klares Bild darüber verschaffen kannst. Also werde Du zum Experten für dein Kind und scheu dich nicht über dieses Thema zu sprechen. Oft halten sich Eltern zurück, weil sie keine “Sonderbehandlung”  für ihr Kind wollen oder Angst davor haben, nicht ernst genommen zu werden. Allerdings ist es meistens so, dass die Lehrer sehr dankbar für Unterstützung und Informationen sind, denn wenn man sich vorstellt, dass 15-20% aller Menschen hochsensibel sind, kann man sich vorstellen, wie oft Lehrer mit diesen Kindern zu tun haben. Bereite dich also gut auf ein Gespräch vor, gib deinem Gegenüber möglichst viele Infos zu diesem Thema und überleg dir schon im Voraus, was für dein Kind vielleicht hilfreich sein könnte. Dann findet ihr gemeinsam sicherlich Möglichkeiten, wie dies im Alltag umgesetzt werden kann. Eine veränderte Sichtweise des Lehrers auf dein Kind ist schon der erste Schritt zur Besserung.

 

Die Sache mit den Hausaufgaben

Die Hausaufgaben sind auch oft ein sehr heikles Thema in hochsensiblen Familien. Nicht selten sind sie Grund für emotionale Ausbrüche, Streitereien und Hilflosigkeit bei Kind und Eltern. Die Gründe können auch hier ganz unterschiedlich sein. Das Kind versteht den Sinn nicht, warum es das nun machen soll weil es doch schon alles kann, es kann sich nicht konzentrieren oder es blockiert sich selbst, weil es sich zu “dumm” dafür hält. Das Ergebnis ist meistens das gleiche: Ein täglicher stundenlanger Kampf zwischen Kind und Eltern oft mit vielen Tränen. Leider kann man nicht einfach sagen, dann lassen wir es eben, denn Schule ist in Deutschland Pflicht und somit auch die Hausaufgaben. Also geht es darum, einen Weg zu finden, das Erledigen für alle erträglich zu  machen. Auch hier gibt es kein Patentrezept, das bei jedem Kind passt aber doch stehen einige Möglichkeiten zur Verfügung, die es sicherlich erleichtern können.

Zunächst gilt es, die Situation zu analysieren, denn jede Ursache braucht auch andere Hilfen. Sieh dir die Situationen genau an, und sprich in einem ruhigen Moment mit deinem Kind darüber. Nimm es mit seinen Problemen ernst und sag ihm, dass Du mit ihm gemeinsam ein Lösung finden möchtest. Vielleicht weißt Du oder es selbst schon genau, was das Problem ist oder wie ihr etwas ändern könntet. Ihr könnt dann zusammen schauen, was davon wirklich realisierbar ist.

Weitere Möglichkeiten:

  • den richtigen Zeitpunkt wählen: wichtig ist, dass das Kind auch konzentrationsfähig ist. Direkt nach der Schule oder zu spät abends sind meistens sehr ungünstige Zeiten. Du kennst dein Kind am besten, und weißt, wann es aufnahmefähig ist, also versuch die Hausaufgaben genau dann einzuplanen. Manchmal helfen feste Zeiten, meistens jedoch variiert das von Tag zu Tag je nach Tagesform. Sei hier so flexibel wie möglich.                 
  • Pausen einbauen: Zu lange am Stück an den Aufgaben sitzen bringt nichts, denn irgendwann blockiert das Gehirn von ganz allein und das Kind ist einfach nicht mehr aufnahmefähig. Je nach Alter is die Zeit, in der die Kinder konzentrationsfähig sind unterschiedlich. Ein grober Richtwert sind 20 Minuten bei kleineren Kindern bis maximal 60 Minuten bei größeren. Prinzipiell sollte ein Kind nicht länger als eine Stunde am Tag für Hausaufgaben benötigen. Sollte es häufig mehr sein, wäre eine Kontaktaufnahme mit den Lehrern vorteilhaft, so könnt ihr euch zu diesem Thema auch austauschen. Ich habe schon öfter mitbekommen, das die Lehrer dann gesagt haben, dass Kind soll machen, was es ihn einer Stunde schafft und dann aufhören. So etwas entschärft die Situation auch häufig. Wenn ihr dann Pausen macht, nutzt diese zur Entspannung und Bewegung vor allem an der frischen Luft.                                                                                                                                 
  • Stoff aufteilen: Es muss nicht alles am Stück gemacht werden. Manchmal sind die Hausaufgabe auch nicht bis zum nächsten Tag zu erledigen, dann kann jeden Tag ein bisschen gemacht werden. Für manche Kinder kann es hilfreich sein, wenn ihr gemeinsam oder es für sich selbst einen Plan macht, bis wann welche Aufgabe geschafft sein sollte, so wirkt die Menge oft nicht mehr so überwältigend.                                                                       
  • kein Hunger/Durst: Hochsensible Kinder reagieren meist besonders intensiv auf Hunger und Durst. Schau also darauf, dass dein Kind davor gegessen hat und genug Getränke bei sich hat. Evtl hilft auch eine kleine Zwischenmahlzeit wie Obst, ein Müsliriegel oder auch ein Traubenzucker.                                                                     
  • Wieviel Unterstützung ist nötig: Manche Kinder brauchen jemanden an der Seite, der immer ansprechbar ist und unterstützt. Manch andere brauchen ihre Ruhe und kommen nur dann, wenn sie wirklich eine Frage haben. Und wieder andere wollen alles komplett selbständig erledigen. Versuch sensibel dafür zu sein, frag dein Kind auch selbst, was es braucht und respektiere es auch, wenn dein Kind es eigenverantwortlich erledigen will. Das Motto ist hier, frei nach Maria Montessori: Hilf mir, es selbst zu tun! das ist auch gut für das Selbstbewusstsein deines Kindes.                                                                                                                                               
  • Selbstbewusstsein aufbauen: gerade unsichere Kinder zweifeln oft sehr an ihren Fähigkeiten auch weil sie einen sehr hohen Anspruch an sich selbst haben. Sie geben oft sehr schnell auf oder trauen sich erst gar nicht an bestimmte Dinge heran. Hier ist es wichtig, das Selbstbewusstsein zu stärken, was jedoch nicht von heute auf morgen geschehen kann. Hier könnte beispielsweise ein Buch helfen, in das ihr gemeinsam Sachen schreibt oder einklebt, was dein Kind schon alles kann um dies sichtbar zu machen. Wichtig ist auch, dass Du deinem Kinde Dinge zutraust und ihm erlaubst Fehler zu machen. Nicht selten, stecken da auch eigene Ängste der Eltern dahinter, denn Kinder sind wunderbare Spiegel. Falls Du bei den Hausaufgaben viel unterstützt, versuch doch mal, wie es ist wenn Du dein Kind mal selbst machen lässt und du eher eine passivere Rolle übernimmst. Wenn dein Kind dann merkt, dass es auch selbst etwas geschafft hat, wird das Selbstvertrauen Stück für Stück wachsen.                                                                                                                                                              
  • Unterforderung vermeiden: Da hochsensible Kinder nicht selten auch hochbegabt oder zumindest sehr klever sind, sind sie oft dem Stoff schon voraus. Dann kann es mitunter dazu kommen, dass es nicht einsieht, eine bestimmte Aufgabe zu machen, weil es das schon kann und es davon gelangweilt ist. In solchen Situationen wäre es gut, wenn Du mit den Lehrern ihn Kontakt gehst. Manchmal ist es möglich, dass das Kind dann andere Aufgaben nach hause mitbekommt. Wir haben beispielsweise die Regelung mit unserer Lehrerin, dass sie unseren Sohn fragt, ob er die normalen Hausaufgaben oder etwas Schwierigeres mit nach hause nehmen möchte.                                                                                                                                                                                               
  • Gib deinem Kind die Verantwortung: Wenn dein Kind ständig diskutiert und nicht einsieht die Hausaufgaben zu machen, kannst Du dich auch mal aus der Verantwortung ziehen. Versuch es doch mal damit, und sag ihm, es könne ja selbst den Lehrern erklären, warum es die Hausaufgaben nicht gemacht hat. Diese Situation wollen die meisten Kinder dann eben doch vermeiden und machen die Hausaufgaben lieber. Du kannst so etwas auch in Rücksprache mit der Lehrerin machen. Mit dieser Methode solltest Du jedoch vorsichtig umgehen.

 

Mein Kind kommt ständig völlig überdreht oder total erschöpft nach hause.

Oft ist die Schule und der ganze Wirbel dort extrem anstrengend für das Kind, es muss sich ständig anpassen und ist den ganzen Reizen dort schutzlos ausgeliefert. Dann ist es einfach total ausgelaugt und braucht Ruhe, wenn es nach hause kommt. Plane dafür unbedingt genug Zeit ein, denn dein Kind braucht diese Auszeiten, um alles verarbeiten zu können und die Akkus wieder aufzuladen. Wenn es jedoch total überdreht nach hause kommt, hängt es oft damit zusammen, dass dein Kind sich in der Schule sehr anpassen muss und sich zu hause dann in der gewohnten Umgebung wieder entfaltet, oft mit sehr viel Energie. Gib ihm Raum dafür und biete ihm Möglichkeiten zur Bewegung und zum Energie loswerden. Vielleicht habt ihr ein Trampolin oder ihr geht raus, spazieren, rennen, toben. Jede Art von Auspowern ist hier gut. Es kann für dich auch hilfreich sein, wenn Du dir vor Augen hältst, dass dein Kind sich so verhält, weil zu Hause sein sicherer Hafen ist, in dem es so sein kann, wie es ist und es zeigt dir mit diesem Verhalten sehr viel Vertrauen. 

 

Das Tempo ist zu schnell:

Hochsensible Menschen denken meistens auf eine andere Art, sie denken meistens in Bildern, Emotionen und in größeren Zusammenhängen. Dies wirkt nach außen hin, als ob sie langsamer denken, in Wirklichkeit jedoch laufen die Prozesse sogar  schneller. Sie wollen alles und jeden Zusammenhang verstehen und denken evtl. sogar zu kompliziert. Außerdem fällt es ihnen oft schwer, das was in ihrem Kopf ist, ihn Worte zu fassen. Gerade wenn sie in der Schule aufgerufen werden und schnell antworten sollen, sind sie enorm unter Druck, weil sie ein schnelles Ergebnis liefern müssen und auch keinen Fehler machen wollen. So kann es mitunter vorkommen, dass sie gar nicht antworten können. Auch bei Klassenarbeiten stehen sie unter diesem Druck.

Leider ist es kaum möglich, diese Art zu denken umzuändern und eigentlich ist es auch nicht sinnvoll, denn es ist etwas besonderes, auf diese Weise denken zu können denn man kann damit auch Großes vollbringen. Albert Einstein war beispielsweise ein solcher Denker. Traurigerweise hilft das in der Schule wenig. Gut zu wissen ist jedoch, dass die Kinder den Schulstoff zwar meistens sehr gut verstehen, lediglich nur ein Problem haben, ihre Gedanken zu formulieren. Letztendlich sind schulische Leistungen jedoch sicherlich nicht alles im Leben, und man sollte dem ganzen keinen allzu großen Stellenwert geben, was schon einiges an Druck herausnehmen kann.

Es bleibt für die Schule nur die Einsicht des Kindes, dass es wichtig ist, die Strukturen zu lernen und sich auf die Vorgänge einzulassen. Gerade hochsensible Kinder hinterfragen oft die Sinnhaftigkeit der Dinge. Intrinsische Motivation, also solche die von innen heraus kommt, ist unabdingbar. Eine Hilfe könnte auch hier sein, mit den Lehrern zu sprechen und über diese Umstände aufzuklären. Vielleicht können auch sie dann anders damit umgehen.

 

Mein Kind hat Schwierigkeiten mit sozialen Kontakten:

Viele hochsensible Kinder tun sich schwer mit sozialen Kontakten, wofür  es auch wieder viele verschiedene Gründe geben kann. Viele sind eher introvertiert und können nur schwer auf andere zugehen, andere sind extrovertiert und dabei auch oft sehr impulsiv, was viele andere Kinder abschreckt. Manche hochsensible Kinder sind auch gern für sich allein, weil sie mit anderen vor allem gleichaltrigen Kindern ohnehin nichts anfangen können.

Im Klassenverbund kommt dann noch dazu, dass sie oft Stimmungen und Gedanken der anderen wahrnehmen oder auch sehr auf Ungerechtigkeiten reagieren und sich dann eher zurück ziehen. Auf andere Kinder wirken hochsensible Kinder auch oft komisch, denn sie  können deren Verhalten oft nicht nachvollziehen. So werden hochsensible Kinder oft gemieden und werden dann zu Außenseitern. Für manche ist das gar kein Problem, da sie gern für sich sind. Aber einige leiden auch darunter und wollen deswegen nicht mehr in die Schule gehen, weil sie sich missverstanden und nicht gemocht fühlen. Hier lauert die Gefahr, dass sich die Kinder all zu sehr anpassen, um dazu zugehören. Wenn das der Fall sein sollte, hilft das Stärken des Selbstwertgefühls.

Hilfreich kann dabei sein:

  • Kampfsport: In den guten Schulen lernen die Kinder auch die Philosophie, die dahinter steckt und sie lernen auf ihre Stärke zu vertrauen. Ein starker Geist und ein starker Körper gehören zusammen. Auch wird hier meist sehr viel Wert auf Teamgeist gelegt und das Akzeptieren und Unterstützen von Schwächeren wird erwartet.                                                                                                                  
  • Psychomotorikgruppen: Hier wird unter therapeutischer Anleitung in Kleingruppen auf der Basis von spielerischer Bewegung an sozialen und emotionalen Problemen gearbeitet. In jeder größeren Stadt sollte es hierfür Angebote geben.                                                                                                                                
  • Gespräche mit den Lehrern: Manchmal werde die Probleme so massiv, dass es ihn Mobbing ausartet, dann sollte unbedingt die Schule informiert werden, um gemeinsam eine Lösung zu finden.
  • Gespräche mit dem Kind:  dem Kind sollte auch immer wieder gesagt werden, dass es gut so ist, wie es ist. Meinem Sohn hat es auch geholfen, dass ich ihm immer wieder erklärt hab, dass es wichtiger ist ein paar wirklich gute Freunde zu haben als viele oberflächliche. So können die Kinder schon früh lernen, was Freundschaft bedeutet. Wenn sie das wissen, lassen sie sich auch weniger von anderen beeinflussen oder manipulieren.                                                                                                                                                                                  
  • Ergotherapie: In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein, dass das Kind in Ergotherapie geht. Hier werden gezielt Übungen gemacht, die das Selbstbewusstsein stärken. Es gibt hier verschiedene Ansätze aber es geschieht immer auf kindgerechte und spielerische Weise. Ein Rezept hierfür bekommt man vom Kinderarzt.

 

Wie Du siehst, gibt es ganz unterschiedliche Problematiken, die bei hochsensiblen Kindern in der Schule auftreten können. So individuell wie jedes Kind können sich auch die Schwierigkeiten unterschiedlich zeigen. Doch gibt es durch die Eigenschaften der Hochsensibilität immer wieder ähnliche Hintergründe und das gilt es zu verstehen, denn nur so kann auch eine wirksame Lösung gefunden werden. Oftmals haben schon kleine Veränderungen große Wirkung. Schaut einfach gemeinsam, was für euch das beste ist und zu Euch passt.

 

Austausch und Informationen hierzu und zu vielen weiteren Themen rund um hochsensible Familien findest Du in meiner neuen Facebook-Gruppe: Hochsensibel und löwenstark  und auf meiner Facebook Seite . Ich freu mich schon, dich hier zu begrüßen.

3 Comments

  1. Veröffentlich von Ali Duyar am 18. Oktober 2018 um 22:31

    Danke für die Information.
    Wir werden versuchen die lehrreichen Informationen aus ihrem Bericht umzusetzen.
    Gibt es spezielle Schulen die mit solchen Kindern arbeitet?

  2. Veröffentlich von Svenja Loewe am 20. Oktober 2018 um 19:50

    Spezielle Schulen für HS Kinder gibt es nicht. Das ist auch schwierig, denn jedes Kind ist ja auch anders und braucht daher auch unterschiedliche Dinge. Daher gibt es keine pauschale Lösung. Manche Kinder kommen mit guten Strategien prima auf Regelschulen klar, andere fühlen sich auf Alternativen Schulen wie Montessori oder Waldorf gut aufgehoben und für wieder andere sind freie Schulen die beste Wahl. Das hängt ganz vom Kind und den Gegebenheiten ab. Wenn es möglich ist, würde ich persönlich immer mehrere Schulen mit dem Kind zusammen anschauen und dann entscheiden.
    Viele liebe Grüße
    Svenja

  3. Veröffentlich von Sandra am 26. November 2018 um 10:23

    Wirklich gut geschrieben ! Es ist traurig, dass unser staatliches Schulsystem diese Kinder nicht besser auffängt. Frontalunterricht, zu große Klassen und uninformierte Lehrer/innen machen es den Kindern oft so schwer zu bestehen und zu beweisen, wie toll sie doch eigentlich sind ! Mein Sohn ist äußerst kreativ, voller Ideen und Phantasie und sehr emphatisch. Aber es werden eher die „Schwächen“ als die Stärken gesehen…leider.

    Sandra

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